Weinlese 2001
Abschlussbericht

Der klimatische und phänologische Verlauf


Der Winter 2001 verlief klimatisch gesehen anders als die vorangehenden Jahre und wurde von einer größeren Anzahl an

Regenfällen geprägt. Die gute Durchfeuchtung des Bodens und höhere Durchschnittstemperaturen haben ab März ein

verfrühtes Austreiben begünstigt, was zwar in etwa den anderen Jahrgängen gleichkam, aber in diesem Jahr von

besonderer Regelmäßigkeit an der ganzen Pflanze gezeichnet war.


Der Monat April verzeichnete wenig Niederschläge, aber unbeständige Wetterbedingungen, die am 15. des Monats die

niedrigste Temperatur des Jahres mit -5 °C aufzeigten, was auch in Weinbergen, wo seit Menschengedenken eine

derartige Situation niemals vorgekommen war, zu ersichtlichen Schäden führte. Am darauf folgenden Tag (dem 16. April)

gab es einen heftigen Hagelschauer, der hauptsächlich das Gemeindegebiet von Treiso betraf.

Der Mai garantierte dem Boden eine gute Bewässerung, die gemeinsam mit recht hohen Temperaturen den Reben ein

rasches vegetatives Wachstum ermöglichte und diese mit einem vollen Blattwerk ausstattete. Die Blüte erfolgte unter

ausgezeichneten Bedingungen und begann für den Nebbiolo in der letzten Maiwoche und für alle anderen Sorten in den

darauf folgenden Tagen. In den folgenden Monaten gab es keine erheblichen Niederschläge, aber der Regen der

Vormonate hatte ein reguläres Wachstum der Reben und einen normalen Verlauf der phänologischen Entwicklung

ermöglicht. Der August und die ersten Septembertage waren von einem heiß-schwülen Klima und von einem gänzlichen

Ausfall an Niederschlägen gekennzeichnet, wodurch die frühreifen Sorten zu einer vollkommenen Reifung gelangten. In

den darauf folgenden Tagen änderten sich die Witterungsbedingungen und das Gebiet wurde von einem

Temperaturrückgang und einigen Regenfällen betroffen, die vorübergehend die Reifung der späteren Sorten verlangsamte,

ohne dass dabei aber die Qualität gefährdet wurde. In der Gegend des Roero wurden diese Regenfälle von heftigen

Hagelschauern begleitet, die zu erheblichen Schäden führten.


Ein Vergleich mit 2000


Ein Qualitätsvergleich mit dem Jahr 2000 ergibt fast keinen Unterschied, sowohl was die Weiß- als auch die Rotweine

betrifft. Eine Unterscheidung können wir hierbei nur vornehmen für die frühreifen Sorten (die dieselben Eigenschaften des

letzten Jahrgangs aufweisen) und die mittel bis spät reifenden Sorten, die von einem durchschnittlichen Zuckergehalt

gezeichnet sind, der etwas niedriger liegt, aber dennoch stets so groß ist, dass ein gutes Qualitätsniveau garantiert

werden kann.

Mengenmäßig war der Jahrgang im ganzen Albeser Gebiet generell recht üppig, aber dank einer sorgfältigen Arbeit im

Weinberg wurde die Produktion zu Gunsten der Qualität und der Gesundheit der Trauben reguliert. Den ersten Zahlen

zufolge, müsste das Jahr 2001 einen durchschnittlichen Produktionsanstieg von etwa 10 % im Vergleich zum letzten Jahr

aufweisen.


Die weißen Rebsorten

Die Klimabedingungen im Jahr 2001 haben die weißen Rebsorten wie Arneis, Chardonnay und Sauvignon positiv

beeinflusst und damit die Erzeugung von Weinen begünstigt, die sich auszeichnen durch eine gute Struktur, einen guten

Säuregehalt, was gleichzeitig Frische, Feinheit und Eleganz bedeutet, und durch delikate und nachhaltige Duftnoten.


Die blauen Rebsorten


Um die Qualität der in der Langa und im Roero angebauten roten Rebsorten zu bewerten, muss man berücksichtigen,

dass die Klimabedingungen von August bis Oktober die optimale Ausreifung, im Vergleich zum letzten Jahr, um einige

Tage hinausgezögert haben. Diese Verzögerung wurde zunächst von einem heiß-schwülen August ohne Regen, und dann

von einem Temperaturrückgang und einer Reihe von Niederschlägen in den ersten Septembertagen verursacht. Die

niedrigen Temperaturen haben das Wachstum der Reben ruckartig verlangsamt und die radikale Bewässerung hat ein

plötzliches Anschwellen der Trauben hervorgerufen, mit daraus folgender Verdünnung des Zuckergehaltes und

gleichzeitigem Aufschub der optimalen Reifung. Das schöne Wetter, das sich später einstellte, hat es dann allen roten

Rebsorten ermöglicht, in ausgezeichnetem Zustand zur vollen Ausreifung zu gelangen, mit einer optimalen Säure und

einem guten Zuckergehalt, wenn auch etwas weniger im Vergleich zu den Vorjahren, die alle besonders frühzeitig reif und

reich an Zucker waren.

Der Barbera-Wein weist einen guten Gehalt an Alkohol und Säure auf, einen reichen Anteil an Phenolen und hat sehr

intensive und nachhaltige Duftnoten.

Die Weine auf Nebbiolobasis wie Barolo, Barbaresco, Roero und Nebbiolo d'Alba präsentieren sich mit guten

Alkoholwerten, kräftigen Farben, umfassenden und komplexen Duftnoten und mit guten Strukturen und reichen Phenolen.


All diese Eigenschaften lassen auf 5-Sterne-Weine schließen, die in der Lage sein werden, einen beachtlichen Erfolg in

der Weinwelt zu erzielen und dabei den anspruchsvollsten Gaumen zu genügen.


Und damit sind wir bei der Zahl sieben angelangt

In den letzten Jahren waren die Weinproduzenten der Langhe und des Roero Zeugen und Hauptakteure einer Folge von

sieben Weinlesen, die allesamt große Jahrgänge hervorbrachten, deren Weine sich in ihren Eigenschaften und in ihrer

Entwicklung aber durchaus voneinander unterscheiden. Von uns allen also unsere besten Wünsche für einen erfolgreichen

"siebten" Jahrgang, dem ersten des neuen Jahrtausends.