Weinlese 1999
Abschlussbericht

Das Klima im September beeinflusste auf positive Weise den Reifeprozess der Trauben, die in einem guten

Zustand waren (geringer Schimmelbefall, gesunde und feste Hülsen). Diese Bedingungen ermöglichten einen

reibungslosen Ablauf der Weinlese und schenkten der Langhe und dem Roero damit ein weiteres kleines

Juwel.


Der klimatische Verlauf der Jahreszeiten

Die guten Witterungsbedingungen in den ersten Monaten des Jahres begünstigten das gute Gedeihen der

Rebstöcke und die thermischen Bedingungen (Wärmespeicherung), sowie die Wasserzufuhr waren ähnlich

wie jene des Jahres 1998. Die Regenfälle Mitte September haben die Unversehrtheit der Trauben nicht

beeinträchtigt, sondern lediglich die Weinlesearbeiten verzögert. Von den letzten zehn Septembertagen an

bis Mitte Oktober bescherte das Hochdruckklima den Weinbauern sonnige, niederschlagsfreie Tage und gute

Temperaturschwankungen.


Ein Vergleich mit dem Jahrgang 1998

Die Trauben der Weinlese 1999 weisen im Vergleich zu 1998 ähnliche Zuckerwerte auf, wobei aber der

Gesamtsäuregehalt größer ist. Die guten Säurewerte kommen besonders den Weißweinen zugute, da diese

einen entscheidenden Faktor für die geschmackliche Frische und die Beibehaltung der Aromen darstellen.

Was die Mengen betrifft, so war dieser Jahrgang im Vergleich zu den letzten beiden Jahren sehr ergiebig.

Sorgfältige Überwachungen der Qualität und der Mengen durch Beschneiden und Auslichten der Rebstöcke

führten zu einem Produktionsanstieg von 10-15%. 1999 ist ein Jahrgang, der im Hinblick auf die Jahre 1998

und 1997, wobei Letzteres allgemein als Jahrhundertjahrgang betrachtet wird, durchaus mithalten kann.

Die qualitätsbezogenen Merkmale dieses Jahrgangs sind nicht nur auf den guten Zucker- und Säuregehalt

zurückzuführen, sondern auch auf das ausgezeichnete Gleichgewicht unter den einzelnen Komponenten, was

wiederum dem vorteilhaften klimatischen Verlauf der Jahreszeiten zu verdanken ist.


Die Weinstöcke mit weißer Frucht

Ein guter Säuregehalt in Verbindung mit Eleganz, Frische und Körper: Dies werden die vorherrschenden

Eigenschaften der Weißweine des Jahrgangs 1999 sein (Chardonnay, Arneis, Favorita).


Die Weinstöcke mit dunkler Frucht

Unter den in der Langa angebauten Rebsorten mit blauen Beeren unterscheidet man jene, die vorzeitig reifen,

von denen, die erst später zur Reife gelangen. Beide Sorten waren den Niederschlägen in der Septembermitte

ausgesetzt, wodurch jedoch die Trauben qualitätsmäßig nicht geschädigt, sondern lediglich die Lesearbeiten

verzögert wurden.

Die früh reifenden Sorten Dolcetto, Freisa und Pelaverga weisen ausgesprochen interessante organoleptische

Merkmale auf. Die hieraus entstehenden Weine werden von einer kräftigen Farbe und einem umfassenden

Duftspektrum geprägt sein.

Was die spät reifenden Trauben betrifft (Nebbiolo, Barbera), so hat die Hochdruckphase, die sich ab Mitte

September einstellte, den guten Ausgang der Weinlese gezeichnet und damit diejenigen belohnt, die den

vollständigen Abschluss des Reifeprozesses dieser Trauben abwarteten, die allesamt einen ausgezeichneten

Zustand und schöne, feste Hülsen darboten.

Der Barbera, eine der traditionell am meisten angebauten Rebsorten in diesen Gebieten, hat einen guten

Zuckergehalt und mittlere Säurewerte in Verbindung mit einem hohen Gehalt an Phenolen erreicht.

Die Rebsorte Nebbiolo, aus der die Weine Barolo, Barbaresco und Nebbiolo d‘Alba hervorgehen,

manifestiert eine kräftige Farbe, umfassende Duftnoten, eine ausgezeichnete Struktur und einen hohen

Phenolgehalt: Faktoren, die auf eine Langlebigkeit dieser Weine schließen lassen.


Und damit sind wir bei Fünf angelangt

All diejenigen, die Zweifel hegten hinsichtlich der Möglichkeit einen „Royal Flush“ zu erreichen, wurden

eines Besseren belehrt durch diese letzte Weinernte, die uns nun den fünften großen Jahrgang bescherte.